Gemeinde Arzl im Pitztal

Kulturbrief Nr. 1

 Pitztaler Kulturbrief, Nr. 1/2026

 Geschätzte Freundinnen und Freunde,

herzlich willkommen zum Pitztaler Kulturbrief Nr. 1/2026, der künftig in regelmäßigen Abständen erscheint und Einblicke in laufende Projekte gibt, auf Veranstaltungen und Aktivitäten hinweist sowie interessante Themen aus dem Bereich Kultur und Geschichte im Pitztal aufgreift. 

Der Kulturbrief gliedert sich in Ausblick, Rückblick und Hinblick.

-      Der Ausblick stellt kommende Vorhaben und Veranstaltungen vor.

-      Der Rückblick greift Eindrücke aus vergangenen Aktivitäten auf und fasst diese zusammen.

-      Der Hinblick widmet sich dem Besonderen und Erzählenswerten aus der Pitztaler Kultur und Geschichte. 

Eine anregende Lektüre wünscht

Daniel Johannes Huter,
Kulturwissenschaftlicher Bereichsleiter Pitztal. 

Ausblick

Infoabend

Archäologische Grabung am Jerzner  Burgstall
Donnerstag, 2. Juli 2026, ab 19.00 Uhr, Gemeindesaal Jerzens

Im September dieses Jahres findet am Jerzner  Burgstall (Ortsteil Niederhof) eine archäologische Ausgrabung statt. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen. Unter der fachkundigen Anleitung des Archäologen Lukas Gundolf (Fa. Talpa) kann mit eigenen Händen ein Stück Geschichte ergraben werden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Neugier, Interesse und Freude am Entdecken genügen.

Beim Infoabend sprechen Lukas und ich über Jerzens  im Mittelalter, das Ziel unserer Ausgrabung sowie über ihren genauen Zeitpunkt und Ablauf. Ermöglicht wird die Grabung durch Mittel des Freiwilligenzentrums Imst, des Bundesdenkmalamtes und der Gemeinde Jerzens .

 

Ein grasbewachsenes Feld mit Bäumen und Bergen im Hintergrund

Ausstellungseröffnung

Faszination Fotografie
Samstag, 13. Juni 2026, ab 14.00 Uhr, Handwerksmühle Ritzenried

Der Verein Handwerksmühle Ritzenried lädt zur Vernissage der Ausstellung Faszination Fotografie von Willi Pechtl in der Mühle Ritzenried. Zu sehen sind historische Fotografien aus dem Pitztal mit Schwerpunkt um 1900 aus der Sammlung Willi Pechtl.

Öffnungszeiten: Jeden Freitag von 14.00 bis 18.00 Uhr sowie auf Anfrage. Finissage am Freitag, den 28. August um 14.00 Uhr. 

Eine Person in einer Dienstmädchenuniform, die eine Ziege hält

Ausstellungseröffnung

Krippen von Heinrich Sorko (Lienz)
Samstag, 13. Juni, ab 19.00 Uhr, Museums Stamserhaus

Vom 13. Juni bis zum 2. Februar ist im Stamserhaus  in Wenns  eine Sonderausstellung mit Krippen des Osttiroler Künstlers Heinrich Sorko zu sehen.

Öffnungszeiten: Jeden Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr sowie für Gruppen jederzeit auf Anfrage. Herbstpause vom 18. Oktober bis zum 12. Dezember 2026. 

Eine Szene eines Personens an einem verschneiten Ort

Huangart-Stuba

Desmol geats ibar : Volkfrömmigkeit
Mittwoch, 24. Juni, ab 18.30 Uhr, Schrofenhof

In der Stube des Schrofenhofs  begrüßen wir dieses Mal zum Huangart  den Volkskundler Franz Jäger, der uns von religiösen Praktiken im Umgang mit Naturgefahren erzählt – passend zur Sternwallfahrt aufs Bichele  am Wetterherrentag (26. Juni).

Bis in die 1920er Jahren zog am Annatag  (26. Juli) ein Bittgang von St. Leonhard zum Mittelbergferner, der damals bis kurz vor Mittelberg herabstieß. Der Schweizer Maler Hans Beat Wieland (1867 –1945) hielt die Szene einer solchen Prozession mit Fernersegnung  fest. 

Eine Gruppe von Menschen, die Fahnen halten 


Rückblick

Anerkennungspreis für Museen für den Schrofenhof

Im Rahmen des Tiroler Museumspreises 2025 erhielt der Schrofenhof  den Anerkennungspreis für Museen. Die Preisverleihung fand am 3. März 2026 im Heimatmuseum Oberhofen statt, das mit dem Museumspreis ausgezeichnet wurde.

Die Jury begründete die Verleihung mit der „sensationellen Museumsgestaltung, die das historische Ensemble mit originaler Innenausstellung eindrucksvoll bewahrt und zugleich zeitgemäß vermittelt “. In aufmerksam gewählten Worten hielt Andreas Rudigier, Direktor der Tiroler Landesmuseen, die Laudatio:

„Der Schrofenhof  erzählt uns die Geschichte der Familie Schöpf als beeindruckendes Dokument der Tiroler Geschichte. Es ist eine Geschichte von Menschen, von ihrer Arbeit und von ihren Beziehungen, eine Geschichte von Heimat und eine Geschichte jener immer wiederkehrenden Sehnsucht, von dort ausbrechen zu wollen. “

Herzliche Glückwünsche an alle Projektbeteiligten! 

Eine Gruppe von Menschen, die für ein Foto posiert

 Zeitzeugengespräche: Mentoring mit Edith Hessenberger

Am 25. Februar 2026 fand in der Mühle Ritzenried ein Mentoring zum Thema Zeitzeugengespräche statt. In der Mühlenstube berichtete Edith Hessenberger, Kulturwissenschaftlerin und Leiterin der Ötztaler Museen, aus ihrer langjährigen Erfahrung in der Forschungsarbeit mit Zeitzeugen: Worauf gilt es bei der Gesprächsführung zu achten? Welche Fehler sind zu vermeiden und wo liegt der große Mehrwert?

Zugegen waren neben Interessierten aus dem Tiroler Museumsbereich auch Mitglieder des Mühlenvereins Ritzenried sowie Chronisten aus dem Pitztal, die sich im Rahmen der geplanten Musealisierung der Mühle bzw. ihrer laufenden Tätigkeiten vertieft mit dem Thema Zeitzeugengespräche beschäftigen. 

Eine Gruppe von Menschen, die um einen Tisch sitzen

Arbeitskreistreffen Cultura Raetica

Zum ersten Mal war das Pitztal bei einem Arbeitskreistreffen von Cultura Raetica  vertreten, welches im Mai 2026 im archeoParc  Schnalstal abgehalten wurde. Der Arbeitskreis ermöglicht den grenzüberschreitenden Austausch der Kultureinrichtungen in der Terra Raetica  (Oberland, Engadin, Vinschgau).

Neben der persönlichen Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch dienen die Treffen auch dazu, überregionale Projekte vorzustellen, ebenfalls erstmals mit Pitztaler Beteiligung: Das Steinbockzentrum am Schrofen und der archeoParc  erarbeiten zusammen eine Ausstellung zum Thema Kulturgeschichte des Steinwilds. 

Eine Gruppe von Menschen, die um Tische in einem Raum mit roten Wänden saßen 


Hinblick


Nachwuchs beim Steinwild am Schrofen

Ende Mai kamen im Steinwildgehege am Schrofen zwei Kitze zur Welt. Das Steinwild war über Jahrhunderte aus dem Pitztal verschwunden, ehe in den 1950er Jahren die Wiederansiedelung begann. Wann genau es im Tal ausgerottet wurde, ist momentan Gegenstand meiner Nachforschungen.

Für die Zeit Maximilians I. (1459 –1519), der sich nachweislich im August 1497 auf Jagd im Pitztal befunden hatte, ist das Steinwild noch belegt. Seinen damaligen Forstknecht Cristan Gastl wies er 1508 an, dass „er unns  im Pitzental  im Taschach unnser staingewild ordenlich unnd fleyssigelich hayen  [d.h. hegen] “ möge.

Danke an Caro und Claudia für das Foto von Steingeiß Flora mit Kitz Serafin! 

Eine Ziege und ein Babyziegen, die auf Felsen stehen

Der Steinbock im Paradies

Die älteste Steinbock-Darstellung im Pitztal findet sich am Wenner Platzhaus im Wappen Christoff Gennebeins, der 1576 die Fassade der vorderen Giebelseite ausmalen ließ.

Etwas später, im Jahr 1608, wurde die Traufseite zur Straße mit Malereien biblischen Inhalts versehen. Versteckt und erst bei näherem Hinsehen erkennbar, findet sich auch dort ein Steinbock. Zwischen dem Hirsch und Eva tollt er in den sanften Hügeln des Paradieses umher und wird Zeuge, wie die gekrönte Schlange die Stammeltern der Menschen verführt. 

Ein Gemälde einer Person und einer Person, die eine Schlange hält

Impressum

Dr. Daniel Johannes Huter, MA MA
Kulturwissenschaftlicher Bereichsleiter Pitztal

d.huter@planungsverband-pitztal.at

Schrofen 46
A-6481 St. Leonhard im Pitztal

 

Projekt Kultur und Geschichte Pitztal, LE-77-05-BML-UMSETZUNG-2024-31092

Eine Nahaufnahme eines Schildes

Ein rot-weißes LogoEin blau-weißes Logo ein grün-roter Schild mit einem schwarzen Stock Ein rot-grauer Schild mit rotem Herzen Ein blau-goldenes Logo